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Aus Klein wird Groß

Bild0034_v1So klein war ich und noch ein bisschen blauäugig, als ich zu meiner Menschin kam. Da hab ich viel geschlafen und musste viel raus, aber zwischendurch hab ich mir schon die ersten Rackereien einfallen lassen. Das war zum Beispiel, der Fledermaus in die Ohren zu zwicken, der Menschin an den Haaren zu ziehen oder sie an den Hosenbeinen zu rüpeln festzuhalten.

... schon fast zehn Wochen groß ...

… schon fast zehn Wochen groß …

Kaputt gemacht hab ich gar nichts, auch ohne Randale alleine bleiben hab ich schon ganz früh gelernt. Angst hatte ich erst mal vor gar nichts, bin schließlich mit acht Rackerbrüdern zusammen gewesen, was sollte mich da noch erschrecken? Das kam erst, als ich von einem Fahrrad geschubst wurde und andere nette Erfahrungen in der komischen Menschenwelt gesammelt habe. Mit zehn Wochen wollte ich mich schon nicht mehr die Treppe hochtragen lassen, kann ich doch alleine! War zwar anstrengend, jede Stufe mehr kriechend als laufend zu erklimmen, aber ich habs geschafft, nur runter hab ich mich noch auf den Arm begeben.

Bild0106Groß geworden bin ich ziemlich schnell, manchmal sah das richtig lustig aus – bin auf einmal ganz lang geworden, wo die Beine noch so kurz waren, dann wieder waren die Beine so lang, dass sie sich ständig verheddert haben. Meine Menschin hat mit anderen Wetten abgeschlossen, wie groß ich wohl werde. Was soll ich sagen – sie hat natürlich gewonnen. Die meisten meinten, das wird maximal Labradorgröße. Sie sagte, der kriegt mindestens Jacko-Größe. Der hatte eine Schulterhöhe von 60 Zentimetern, ich hab etwas mehr.

Foto0104_v1Es hat gar nicht so lange gedauert, bis ich ein halbes Jahr groß war und schon bald danach meine Taschen bekommen habe. Mit denen war ich nicht so schissig vor Fahrrädern und anderen Unheimlichkeiten, die haben mich richtig stolz gemacht. Hab ich schon lang nicht mehr dabeigehabt, mein Gepäck, eigentlich seit wir umgezogen sind, weil hier ist das ja ruhiger und ich war schon richtig groß und die stören doch nur bei den Kumpeltobereien.

Bild0221_v1Ich kannte das ja hier schon, als ich vier Monate klein war, auch meinen Jagdkumpel kenn ich schon so lang. Zu Hause hatte ich nur eine Freundin, das war ne Jagdhund-Aussi-Kumpeline. Allen anderen war ich zu wild. Aber die Labradorfreundin von Jacko durfte ich mal kennenlernen, als sie auf unserer Insel im Urlaub war. Obwohl die schon ne Oma ist, hat sie noch mit mir getobt, da war ich ungefähr neun Monate groß. Manchmal haben wir zwischendurch noch andere Hunde getroffen, denen ich nicht zu wild gewesen wäre, aber da war das meistens zu touristenvoll zum Toben, nur am Strand hat das ab und zu geklappt.

Bild0124Wenn niemand da war, hat mir das aber auch nichts ausgemacht, wozu gibts schließlich Sand, Wasser und Sammelzeuch? Damit kann sich ein einjähriger pubertierender Racker doch stundenlang beschäftigen.

Tja, und jetzt bin ich schon zwei große Jahre bei der Menschin, auf den Tag genau, mach immer noch ein bisschen auf jungspundiges Pubertier und kann mir viel größere Rackereien ausdenken als damals. Da sind sie immer wieder überrascht, was mir so einfällt.

Wobei die Menschin schon als sie mich das erste mal gesehen hat wusste, was in mir steckt. Auweia hat sie nur beim Blick in meine unschuldigen Augen gesagt und gegrinst. Da fand ich sie auf Anhieb sympathisch und hab meine Brüder keine Sekunde vermisst. So, jetzt wisst ihr, wie aus Klein Groß wird.

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