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Papa- und Mama-Gene

In der Ruhe liegt die Kraft, das hab ich von meinem Labbi-Papa. Auf alle Hunde zutoben und Abstand halten, wenn fremde Menschen dabei sind, das hab ich von meiner Mama. Auch mein Ideenreichtum hab ich von ihr, Sammelzeuch und Scherze machen hat sie mir mitgegeben. Die würde meiner Menschin sicher gefallen …

Vor einigen Tagen wollte mich mein Hofkumpel verprügeln. Da hab ich mich nur gewundert, wollte kurz auf den Arm und hab ihn gefragt, ob wir Kumpels bleiben. Das hab ich von meinem Papa, das tiefer gelegte Gemüt, der hat sich auch nie auf Schlägereien eingelassen und verständnislos in der Weltgeschichte rumgeschaut – was war das denn jetzt, warum werd ich hier verhauen?

Mein Nervösgehibbel und manche Bangbüxerei hab ich von meiner Mama, sie hat auch so komische Sachen wie ich jetzt gehabt mit Haarausfall, Schuppen und so. Meinen nervösen Magen hat sie mir wohl mitgegeben. Mein Papa hat mir aber beigebracht, dass sich allzuviel Stress gar nicht lohnt, tief durchatmen, kuscheln und alles wird gut. Die immer mal wieder vollen Analdrüsen hab ich auch von ihm.

Ich hatte ja das Glück, in den ersten Wochen mit beiden Eltern aufzuwachsen – und natürlich mit meinen Geschwistern. So haben mich nicht nur die Gene geprägt, sondern ich hab auch schnell rausgefunden, dass es unterschiedliche Verhaltensalternativen gibt. Ich versuch immer erst das von der Mama und meinen Geschwistern, dann das vom Papa.

Leider lebt der nicht mehr. Wie gut, dass er ein bisschen was von sich in mehrfacher Ausfertigung hinterlassen hat, so stirbt sein tiefergelegtes entspanntes Gemüt nicht aus.

Meine Mama sieht übrigens ähnlich windig aus wie ich. Nur schwarz ist sie kein Stück, das hab ich dann wieder vom Papa. Ich find das echt spannend, meine Menschin findet es dagegen hilfreich, so Informationen zu haben. Jetzt warten wir noch die Blutuntersuchungen ab, aber ich hab bestimmt nix Schlimmes.

Einen tollen Tag wünsche ich noch allen Kumpels und Kumpelinen mit ihren Menschen – wir haben tollstes Wetter hier, deshalb renn ich auch gleich noch mal los!

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Aliens!

Foto0590_v1Samstag sind wir aufgewacht und draußen war aaaalles dick weiss zugepulvert. Konnte es kaum erwarten, rauszukommen – die Menschin hatte weniger Lust. Sie weiß nämlich, dass mir der Leinenradius viel zu klein ist zum Springen, Spritzen lassen und Buddeln. Deshalb hat sie auch das Knips-Handy nicht mitgenommen und ich kann euch nur zeigen wie das als wir los sind von drin und ne Stunde später draußen aussah. Ich durfte als sie geknipst hat schon mal raus und ihr den Weg freibuddeln. Aber: Möglich, dass sie, ganz abgesehen von meiner Leinenrackerei, richtig lag mit ihrer Unlust, da waren nämlich überall Aliens!

Die kann ich euch wie gesag nicht zeigen, ist aber vielleicht auch besser so, nicht, dass ihr euch auch noch erschreckt. Direkt beim Rausgehen um die Ecke stand der erste weiße Kugelmann. Dem war wohl kalt, er hatte einen Schal um. Wobei, komischerweise ist ihm ein Zweig aus der Nase gewachsen. An dem Typ hab ich mich kaum vorbei getraut.

Foto0591_v1Als wir wieder nach Hause kamen, hatte er den Kopf verloren, der hat sich anscheinend nicht so wohl gefühlt auf der Erdinsel. Da hatte ich aber nicht mehr so viel Schiss vor dem Ungeheuer, hab ihn mir ganz genau angeschaut und kam zu dem Schluss: Der tut nix mehr. Später waren wir noch mal unterwegs, da war das meiste Spielpulver schon weg und die erschreckigen Aliens haben sich allesamt aufgelöst, die haben dabei sogar geweint.

Viel schlimmer war, noch am Morgen, als ich endlich rennen durfte, dass da auf einmal ein riesengroßer weisser Bär stand, mitten auf dem Weg … Da hab ich erst mal Sicherheitsabstand gehalten und ihn angewufft. Gar nicht reagiert hat er! Da wurde mir der Alienbär noch unheimlicher, ich mal wieder zur Bangbüx und hab mich ganz vorsichtig mit der Menschin vorbeigeschlichen. Nachmittags hatten sich schon seine Ohren und die Nase aufgelöst, etwas abgenommen hatte er auch, aber er stand immer noch da auf meinem Rennweg, menno.

Jetzt sind schon längst keine Aliens mehr hier, alles ist plusgradig, nass und sonnig – wie sich das gehört für unsere Nordinsel.